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 Bands
NeuroPsychosis Offline

dead soul (admine)
Beiträge: 622


20.02.2008 16:23
Pink Turns Blue Zitat · antworten
Pink Turns Blue live am 2.11.07,Berlin,K17
Farbenspiel

Passend zur anklingenden Herbstzeit kommt über Berlin eine Kultband,deren Name an einen alten Hüsker Dü-Song erinnert: Pink Turns Blue.
Die Mitte der Achtziger Jahre aus der PostPunkSzene entstandene Formation entwickelte mit den Jahren ihren eigenen unverkennbaren Stil aus Dark Wave mit Indie-Rock-Einflüssen und hat schon so einige Hits auf ihrem Musikbuckel. Mit diesen "Schlagern" wie unter anderem "Your Master is calling" und "I coldly stare out" verbreiteten sie an diesem Novemberabend eine warme,doch herbstlich wehmütige Stimmung.

Das erste Herbstblatt fiel mit "Can't be Love" und später "Walk Away" aus dem aktuellen "Ghost"-Album, mit welchem sich Pink Turns Blue nach einigen vom alten Pink Turns Blue-Sound abweichenden Veröffentlichungen und der 1995 dann erfolgten Trennung wieder ihrem Originalstil zuwenden,nachdem es im Jahr 2003 erfolgreich eine Re-Union gegeben hatte-die Höhen und Tiefen einer Band, so wie ihre Musik. Es folgten weitere Songs aus der früheren Schaffensphase der Band wie zum Beispiel "Missing You" und der "Suicide Day".Die Stimmung im Publikum war ebenfalls warm-und damit meine ich nicht aus Hitzegründen,auch wenn der Auftritt von Mic Jogwer und seiner Band gut besucht war.
Mic machte auch einen gelassenen Eindruck,performte alle Songs mit seinem einen dunklen Timbre anhaftenden markanten Gesang, der das Gefühl der Wohligkeit weckte.Die Ansicht, dass keiner der Bandmitglieder großartig "durchgestylt" war, sondern alle hörbar größte Mühungen anstellten, den glasklaren Sound und unverwechslichen Stil der Band zu vermitteln, schuf ebenfalls ein sympathisches Bild der Band bei mir und die Bühnendeko war anders als ich es von Konzerten gewohnt war: Eine Leinwand mit dem Logo der Band versehen, einem Geschöpf aus Drache mit Fledermausflügeln , menschenähnlichen Beinen und Schwanz, tauchte die Bühne in mal schwarz-weißes, mal gelbdurchdringendes oder grünes Licht, mal ein Geflecht von kahlen Baumzweigen, mal Sonnenblumen- Sommer- und Winterstimmung.Es waren weitere vier (vermutlich Seiden-)quer auf der Bühne angehangen,durch welche man Aufnahmen in einer verträumteren Perspektive erschienen.

Nach etwa eineinhalb Stunden, aber einer nach Gefühl viel kürzeren Zeit war der eigentliche Konzertteil vorbei und die Menge wollte natürlich Zugaben von den wohligen Schauern, den die meisten Songs verursachten- die bekam es sogar dreifach mit dem verträumten "If two Worlds kiss", dem Club-Hit "Michelle" und "Catholic Sunday". Dann war der Auftritt leider wirklich an sein Ende gekommen, die Zuschauer trotz der melancholischen Stimmung, in die sie hineinversetzt wurden, begeistert und ich schwebte mit einem zufriedenen Lächeln im Inneren aus der Halle.

"Die Zeit verbrennt mich, doch ich schreie nicht"
Oswald Henke


+++R.I.P. Rozz Williams (6.11.1963-01.04.1998)+++

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